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VW up! Test: So fährt sich der neue Mini-Volkswagen

28 Oktober 2011 5 Kommentare Fabian Thomas

Rom, 22. Oktober 2011, 13 Uhr, sommerliche 20 C°, perfekte Bedingungen für die erste Testfahrt im neuen VW up! auf der Journalisten Präsentation beginnt. Der neue up! ist die große Hoffnung aus dem Hause VW, denn mit dem Mini unter 10.000 Euro starten die Wolfsburger den Angriff auf die kleinste Fahrzeugklasse. Der VW up! soll der Konkurrenz smart, Fiat Panda, Citroen C1 oder Renault Twingo den Rang ablaufen.

Der neue VW up! - Front

Der neue VW up! - Testfahrt in Rom

Innenraum-Verarbeitung: Leder hui, Plastik pfui

Einsteigen, richtige Sitzposition finden und dann folgt schon eine genauere Musterung des Innenraums. Wie ist das kleinste und damit günstigste Einstiegsmodell von VW verarbeitet und wie viel Platz habe ich eigentlich in dem neuen Mini? Der erste Eindruck ist definitiv positiv. Der VW up! ist grundsätzlich schön verarbeitet, leicht zu bedienen und der Platz für ein Mini-Modell ist hervorragend. Allerdings ist zu sagen, die Ausstattung mit lackierten Plastik-Armaturen steht deutlich hinter der Variante mit Leder-Optik. Mit Lederausstattung wirkt der Kleine im Innenraum deutlich edler und wohnlicher als mit dem kalten Plastik.

Navi noch Flop, bald schon Top?

Der neue VW up! - Cockpit & Navi

Und schon geht’s los, die Ein- und Ausparkhilfe leitet uns sicher aus der Parklücke und das portable Multifunktionssystem maps + more navigiert uns über die ausgewählte Landroute durch und um Rom herum. Das Navigationssystem lässt sich einfach bedienen und funktioniert weitgehend zuverlässig. Doch hier gibt VW die ersten Schwächen zu und kündigt weitere Überarbeitungen des Systems an. Zwischenzeitlich gab das Navi zum Beispiel an, rechts abzubiegen, allerdings war auf der Karte zu sehen, dass es eigentlich gerade aus weitergeht und nur die Straße einen kleinen Rechtsknick machte. Zum Verkaufsstart soll es unter anderem ein Update der Software mit den neusten Routen geben.

Sicherheit gibt’s serienmäßig

Viele Sicherheitssysteme gibt es im VW up! serienmäßig, man merkt der up! soll für Fahranfänger und Mütter mit Kindern sicher sein. Deswegen gibt es das Kindersitzbefestigungssystem ISOFIX, die neuen Kopf-Thorax-Airbags, Fahrer– und Beifahrerairbags, Dreipunkt-Automatiksicherheitsgurte vorn und hinten, ABS, Schleuderschutz oder Fahrstabilitätssystem ESP und eine Warnblinkautomatik bei Vollbremsung ab der Basisversion. Hochmoderne Technologie in Form der City Notbremsfunktion gibt es allerdings nur als Extra gegen Aufpreis. Nichtsdestotrotz fühlt man sich im VW up! sicher, weil einfach auch der Platz im Innenraum stimmt. Man hat nicht permanent das Gefühl bei einem Unfall sofort zerquetscht zu werden, weil keine Knautschzonen vorhanden sind. Der VW up! bietet ein hohes Maß an Sicherheitsausstattung.

Der neue VW up! - HeckBlickfänger sucht mehr Sportlichkeit

Schnell stellten wir die Anziehungskraft des neuen VW up! fest, denn wir zogen im Stadtverkehr und vor allem im Stau diverse Blicke auf uns. Die Italiener bremsten, fuhren langsamer und kurbelten das Fenster runter, um einen besseren Blick auf den neuen VW zu erhaschen. An den Reaktionen, den Fragen und den Blicken war zu erkennen, der VW up! kommt gut an, zumindest von außen. Doch auch von innen lässt sich wenig Negatives feststellen. Man hat eine gute Sicht aus dem Fahrzeug, passt im Stadtverkehr auch durch die kleinsten Lücken und das Raumangebot im VW up! kann sich sehen lassen und schlägt viele Fahrzeuge aus derselben Fahrzeugklasse. Die Fahreigenschaften des VW up! mit 75 PS Leistung sind nicht unbedingt sportlich, aber ein schneller Spurwechsel und eine kurze Zeit auf der linken Spur der Autobahn sind locker drin. Alles in allem ist der VW up! Das perfekte Stadtauto. Eine VW up! GT-Variante würde der Modellpalette gut zu Gesicht stehen, denn etwas sportlicher darf es manchmal schon zugehen. Vor allem für Kurzstrecken-Pendler, die eine gewisse Strecke auf der Autobahn zurücklegen wollen, könnte eine GT-Variante mit mehr Spritzigkeit interessant sein.

Der neue VW up! zum Top-Preis

Kofferraumvolumen und Flexibilität machen auch größere Einkäufe möglich

Keine Frage, der VW up! soll die Zielgruppen junge Fahrer und junge Mütter ansprechen. Vor allem den Fahrern mit Kindern wird wichtig sein: Was und wie viel passt in den Kofferraum und wie viel Platz haben die Kinder. Wir stellten fest, der Platz reicht aus. Zwei kleine Kinder finden auf den beiden Sitzen der Rückbank genügend Platz und auch der Kofferraum bietet Platz für die wichtigsten Einkäufe. Klappt man die Rücksitze um und nutzt beispielsweise den optionalen variablen Kofferraumboden, bekommt man auch längere Gegenstände (bis 2 Meter) in den VW-Mini.Der neue VW up! - Kofferraum

Neue Varianten machen den VW up! noch interessanter

Wie VW bereits ankündigte und auch in Rom noch mal bestätigte, wird es neue Versionen des VW up! geben. Fest geplant sind das Erdgas-Modell eco up! für 2012, das Elektroauto e-up! für 2013 und auch eine Cross up! Variante ist schon sicher. Ob ein GT up! erscheinen wird, ist noch fraglich. Von VW heißt es: „Wir beobachten die Reaktionen auf die vorgestellte Studie auf der IAA und entscheiden dann, ob eine GT-Variante Sinn machen würde“. Diese Varianten werden den up! noch konkurrenzfähiger machen, denn momentan gibt es nur zwei Benzinmotoren mit einer Leistung von 44 kW (60 PS) und 55 kW (75 PS).

Motoren: Leistung und Verbrauch ordentlich – Diesel fehlt

Wie bereits erwähnt ist die 75 PS-Variante für den Stadtverkehr nahezu perfekt geeignet. Schnellstraße und Autobahn gehen auch, allerdings fehlt der letzte Tick Sportlichkeit. In Sachen Verbrauch gibt VW 4,2 Liter auf 100 Kilometer für den kleineren Benziner-Motor mit BlueMotion-Technologie an, doch im Stadtverkehr liegt dieser immer etwas höher. Allerdings nicht so hoch, dass man ihn als Spritfresser bezeichnen sollte. Eine Start-Stopp-Funktion (Technik der noch nicht verfügbaren BlueMotion-Variante) ist für die Nutzung im Stadtverkehr definitiv zu empfehlen.

Eine Diesel-Version des VW up! ist auf kurz oder lang nicht geplant. VW gibt an, dass die Diesel-Technologie (TDI) einen deutlichen Kostensprung bedeuten würde. Da die Zielgruppe nicht als Vielfahrer gilt und ein Diesel-Motor sich erst nach vielen Jahren rechnen würde, sieht man zunächst davon ab. Nichtsdestotrotz sind wir der Meinung, eine Diesel-Variante sollte es zumindest bei den deutlichen teureren up!-Varianten, also mit der Ausstattung high up! und bei den Sondermodellen white up! und black up!, geben.

Der neue VW up! von der SeiteSchönheitsfehler liegen in den Details

Die Schönheitsfehler liegen in den Details, denn wie schon angesprochen funktioniert das maps + more System noch nicht einwandfrei. Auch das System der elektrischen Fensterheber ist nicht komplett durchdacht. Möchte man das Fenster auf der Beifahrerseite öffnen und schließen, muss man quer durch den Innenraum greifen, was während Fahrt nicht möglich sein wird. Das heißt, der Fahrer hat von seiner Position aus kaum die Möglichkeit, ein weiteres Fenster zu öffnen. Darüber hinaus ist die Version mit lackiertem Plastik nicht optimal, das Material wirkt nicht besonders robust und in einigen Farben (rot) auch billig.

Alternativen: Preise vergleichen und sparen

Das neue VW-Modell up! wird es nicht leicht haben. Die Konkurrenz ist groß und oftmals auch wesentlich günstiger. Es sei denn, man gibt sich mit der wenig umfangreichen Basisausstattung zufrieden, ansonsten kommt man leicht auf bis zu 15.000 Euro Listenpreis für den up!. Ein anderes Bild zeigt sich, wenn man die Marktpreise (Listenpreis minus Meinauto.de Neuwagen-Rabatt) in der Klasse der Kleinstwagen / Minis miteinander vergleicht:

Marke / ModellMeinAuto.de Neuwagen Preis
Chevrolet Sparkab 7.165 Euro
Citroen C1ab 7.630 Euro
Fiat Pandaab 6.976 Euro
Fiat 500ab 9.894 Euro
Ford Kaab 8.349 Euro
Hyundai i10ab 8.156 Euro
Renault Twingoab 8.349 Euro
Smart Coupéab 9.009 Euro
Toyota Aygoab 7.366 Euro
VW up!ab 8.772 Euro

Damit liegt der VW up! streckenweise deutlich über der Konkurrenz. Darüber hinaus unterscheidet sich die Ausstattung bei der Konkurrenz. Einigen Modellen fehlt ESP und allen fehlt der neue Kopf-Thorax-Airbag. Dafür fehlt dem up! ein Seitenairbag, die Kindersicherung, eine Zentralverriegelung oder elektrische Fensterheber und auch ein Radio. Allerdings bekommt man beim up! Volkswagen-Qualität und ein Produkt, dem man vertrauen kann. VW jedenfalls ist überzeugt, dass der neue Kleinstwagen ein Erfolgsmodell wird und sich die darin verbaute Qualität durchsetzen wird.

Serienausstattung der Konkurrenz

Marke / ModellSerienausstattung (fehlt im up!)Serienausstattung (fehlt der Konkurrenz)
Chevrolet SparkSeitenairbag, Kindersicherung,ESP, Kopf-Thorax-Airbag
Fiat 500Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Seitenairbag, Knieairbag, RadioESP, ASR und MSR, Kopf-Thorax-Airbag
Renault TwingoZentralverriegelung, elektrische Fensterheber,Kopf-Thorax-Airbag, ESP,
Fiat PandaKindersicherungISOFIX, Kopf-Thorax-Airbag

Fazit: VW up! nur in höherer Ausstattung empfehlenswert

Eine schlechte Investition wäre der VW up! nicht, doch Fakt ist, der Preis ist heiß. Denn zunächst wird der VW up! als Mini unter 10.000 Euro angepriesen. Diesen Preis bekommt man allerdings nur in der wirklich abgespeckten Variante ohne Sonderausstattung. In dieser Serienausstattung fehlen der Deckel für das Handschuhfach, die Klimaanlage, elektrische Fensterheber und auch die Zentralverriegelung. Deswegen empfehlen wir den VW up! individuell auszustatten und ggf. in eine höhere Ausstattung zu wechseln. Hier muss klar sein, stattet man den VW up! besser aus, so steigt auch der Preis und man liegt schnell bei 12.000 bis 15.000 Euro. Dann hat man allerdings einen sehr gut ausgestatteten Mini mit VW-Qualität.

Der neue VW up! Seite hintenAbgesehen von der Ausstattung und den Motoren, ist der VW up! das perfekte Stadtauto und passt ganz sicher in fast jede Parklücke. Zumindest weiß der up! im dichten römischen Stadtverkehr zu bestehen. Einkäufe passen gut in den Kofferraum und für die Sicherheit der Kinder sorgt ISOFIX an den hinteren Sitzen. Dazu sieht er gut aus, auch wenn das Heckdesign gewöhnungsbedürftig sein wird. Dort ist viel Glas und eine große schwarze Fläche zu sehen. Doch auf den Straßen macht der up! eine gute Figur und zeigt sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gute Fahreigenschaften.

Highlights des VW up!

Wir präsentieren nun die wichtigsten Daten und die Highlights des neuen up!, dem Volkswagen von VW.

Marke / ModellVW up!
Motoren2 Benziner / 44 kW (60 PS) / 55 kW (75 PS)
Verbrauch4,2 Liter (BlueMotion Technologie)
CO2 Emissionen97 g/km (BlueMotion Technologie)
Kofferraumvolumen251 bis 951 Liter
Maáe (Länge, Breite, Höhe)3,54 m, 1,91 m, 1,48 m
Ausstattungtake up! / move up! / high up!
SonderausstattungCity-Notbremsfunktion
Sondermodellewhite up! / black up!
Listenpreis (ab)9.850 Euro
MeinAuto.de Preis (ab)8.870 Euro
Neuwagen Rabatt (ab)13,50%

Mein Kollege Matthias von Welikethat.de hat schon über das Event rund um den VW up! berichtet. Schöne Artikel mit einem schönen Video, dort kann man sich weitere Eindrücke von den Tagen in Rom holen.

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5 Kommentare »

  • Josef sagte:

    Hab ich etwas verpasst? Habe gerade einen Chevrolet Spark gekauft. Nebst günstigerem Preis und der besseren Austattung stellt er auch optisch mehr dar, he he he…..Leben die VW Ingenieure noch im Mittelalter?

  • Karsten sagte:

    Spannend finde ich immer die Langzeitqualitäten und da steht VW ja doch meistens gut da.

  • Uwe sagte:

    Das was ich aus dem VW Konzern bislang kenne ist sehr gut gewesen. Das was ich von Chevi kenne war der letzte Dreck. Typisch Ami, sieht klasse aus am Anfang, aber nach 3 Jahren kannste das in die Tonne treten.

  • Helmer sagte:

    Schick und niedlich.
    Optisch zwar kein reißer aber sicher Standhaft wie von VW gewohnt.

  • Euqinom sagte:

    Ist schon ein Schnuckelchen der neue VW Up.
    Sicher kein Raumwunder, aber das ist auch nicht sein Platz in der VW-Modellpalette. Doch leider ist er im Verbrauch außerhalb von optimalen Testbedingungen IMHO ein wenig zu durstig. Er verbraucht fast genauso viel, wie mein alter VW Polo – und das, obwohl mehr als 10 Jahre Entwicklungszeit zwischen den beiden liegen. Da müssen die VW-Ingenieure aber noch einige Überstunden machen und weiter tüfteln!

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