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Seifenkistenprojekt (Teil 2): Erste Bauproben und Pressekonferenz

27 Juni 2012 Ein Kommentar Philipp Stolz

Ein lauter Start in den Tag

Dienstag, 26. Juni, Köln-Sülz, 9 Uhr morgens. Nachdem wir in der letzten Woche im Rahmen unseres Seifenkistenprojektes eine erste Besichtigung und Befahrung der Rennstrecke durchgeführt hatten, sollte nun der Bau unseres Rennboliden weiter vorangetrieben werden. Daher bog ich pünktlich zur verabredeten Zeit in die Rupprechtstraße ein und wurde empfangen von… ohrenbetäubendem Baulärm. Gegenüber dem Haus Rupprechtstraße, unserer Teambasis und Werkstatt, wird ein großes Mietshaus kernsaniert, und ich kam genau zu dem Zeitpunkt an, als Presslufthammer und Kreissäge sich ein Duell lieferten, wer ein menschliches Trommelfell eher zum Reißen bringen kann. Ich hielt mir die Ohren zu und flüchtete durch den Haupteingang in Richtung Werkstatt. Was mich wohl heute erwarten würde? Sollte unsere Seifenkiste schon ein wenig Gestalt annehmen? Letzte Aussage seitens Team-Manager Christoph Kunow war „dann [heute] können wir ja vielleicht schon anfangen mit dem Fahrwerk„. Das wäre natürlich bereits ein wichtiger Schritt in Richtung einer konkurrenzfähigen Seifenkiste. In der Werkstatt wurde ich bereits von meinen Teamkollegen erwartet und, trotz individuell unterschiedlicher „Tagesform“, freundlich empfangen. Auf meine Frage nach dem Stand der Dinge bekam ich, anstatt erster beschaffter Materialien für den Bau des Fahrwerks, zu meiner großen Überraschung einen durchaus ansehnlichen Rennsitz-Prototypen präsentiert. Ich hatte nicht mit so etwas gerechnet, war aber umso erfreuter, denn man konnte dem Ding auf den ersten Blick ansehen, dass sich die Erbauer dabei wirklich etwas gedacht hatten.

 

Unser erster Sitz-Prototyp- natürlich höhenverstellbar

Möbel-Recycling einmal anders: Aus Schrank wird Rennsitz

Was man alles aus den Überresten eines alten Schrankes machen kann! Klar, dieses Ding hat noch kein Formel 1-Niveau, aber es ist definitiv dafür geeignet, die für ein Seifenkistenrennen individuell bestmögliche Sitzposition herauszufinden. Durch alte Scharniere aus einem Bett ist die Konstruktion höhenverstellbar, und deshalb können wir den späteren Rennsitz problemlos an den Astralkörper unseres Fahrers Kevin anpassen.

Fahrer Kevin und Herr Kunow bei der Sitzprobe

Wir verbrachten den Rest des „Werkstatt-Vormittags“ also damit, weitere kleinere Umbauten an unserem Sitz-Prototyp vorzunehmen, und insbesondere Tedd und Christian bestachen hierbei durch einige gute Ideen für eine optimale Sitzposition. Als Krönung des Ganzen fertigte Werkstattleiter Kunow in Manier eines Ross Brawn noch eine Art Kopfstütze an, mit der unser Fahrer (theoretisch) nicht nur sicher, sondern auch halbwegs bequem ins Ziel kommen kann.

Christian und Tedd beim Sitzbau

Nach getaner Arbeit gönnten wir uns schließlich noch ein kurzes Frühstück inklusive eines extrem starken Kaffees, den ich ehrlich gesagt jetzt- also einige Stunden später- noch in der Magengegend merke, was aber natürlich auch an meiner eigenen Zimperlichkeit liegen kann. Für einen Teil des Teams stand nun noch ein weiterer Programmpunkt an, bei dem wir uns mit unserem Projekt zum ersten Mal „live“ in der Öffentlichkeit präsentieren konnten.

Kaffeepause nach getaner Arbeit

Pressekonferenz im Möbelhaus Smidt- Unser erster öffentlicher Auftritt

Wir machten uns mit dem Teambus wieder einmal auf nach Leverkusen, diesmal zur Pressekonferenz bei Möbel-Smidt, quasi direkt im Schatten des „Bayer-Kreuzes“ gelegen. Unsere kleine Delegation bestand aus Einrichtungsleiter Ochs, Werkstattleiter und Team-Manager Kunow und mir. Der Ausrichter- die Gesellschaft Erholung Edelrath-Uppersberg– und der Hauptsponsor des Seifenkistenrennens hatten geladen, um in geselliger Runde alle relevanten Informationen zum diesjährigen Rennen einer Reihe von Lokalmedien (u. a. die Rheinische Post) vorzustellen. Moderator der Veranstaltung war der Presseverantwortliche der Gesellschaft Erholung, Tim Feister. Außerdem wollte mein Teamkollege Andreas Partz die Gelegenheit nutzen, um auch unser Projekt öffentlich bekannt zu machen und auf unsere Kooperation mit der Haus Rupprechtstraße gGmbH hinzuweisen. Ebenfalls vor Ort war der der TÜV Rheinland mit Manfred Wecking, dem ehemaligen Leiter der Technischen Prüfstelle Leverkusen, der souverän Informationen zu den technischen Modalitäten und Neuerungen im Vergleich zum letztjährigen Rennen präsentierte. Letzteres war für uns auch insofern interessant und wichtig, da wir, allen voran Herr Kunow, noch einige Fragen an den TÜV-Sachverständigen hatten.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz

An dieser Stelle weiter auf den Ablauf einer solchen Pressekonferenz einzugehen, dürfte wenig spannend sein- von daher berichte ich jetzt mal eben, welche Konsequenzen für den Bau unserer Seifenkiste sich im Anschluss noch aus dem sehr informativen Gespräch mit Herrn Wecking ergaben.

Hände an den Lenker, Bremse nach vorn!

Grundsätzlich haben wir erfahren, dass beim Bau einer Seifenkiste der eigenen Kreativität fast keine Grenzen gesetzt sind, so lange die Sicherheit gewährleistet ist. Sinnbildlich hierfür ergab sich folgende Szene zwischen meinem Teamkollegen Andreas und Herrn Wecking vom TÜV Rheinland:

A (irrtümlich): „Warum ist ein Spoiler Quatsch?“

W: „Nee, ein Spoiler ist OK, aber der sollte nicht scharfkantig sein! Man kann schon nen Spoiler machen, nur der sollte vorne nicht messerscharf sein. Der Spoiler sollte abgerundete Ecken haben…!“

A: „… ah, wegen der Aerodynamik…?“

W: „Nee, damit derjenige, dem er vors Bein fährt, das Bein auch behält! Das ist mir in dem Fall wichtiger…!“

Die beiden weiteren wichtigen Regelabänderungen waren, dass der Fahrer während des gesamten Rennens beide Hände am Lenker behalten muss, und dass die Bremse sich auf jeden Fall mittig am Fahrzeug und vor dem Schwerpunkt befinden sollte. Zum einen hat dies für uns zur Folge, dass unsere „Bremslösung“ stark in Richtung einer Pedalbremse tendiert, da alle weiteren Überlegungen durch die eindeutige TÜV-Vorgabe quasi hinfällig sind. Zum anderen ist durch den gut gemeinten Rat „Bremse vorne und mittig“ ein weiterer Diskussionspunkt ad acta gelegt, da die Alternative „Verlust jeglicher Fahrzeugstabilität beim Bremsen“ für uns nicht wirklich eine Option darstellt.

Fazit zum heutigen Tage

Wo stehen wir als Team bzw. was hat sich seit der letzten Woche verändert? Die zentralen technischen Vorgaben sind nun weitgehend geklärt und ein erster Sitz-Prototyp, auf dem wir im wahrsten Sinne des Wortes weiter aufbauen können, existiert bereits. Außerdem haben wir unser gemeinsames Projekt nun auch öffentlich vorstellen können, und ich denke ich spreche für alle meine Teamkollegen, wenn ich sage: Wir sind weiter hoch motiviert, eine „1A-Seifenkiste“ zu bauen und beim Rennen im September ein gewichtiges Wörtchen um den Sieg mitzureden. Also, liebe Blog-Leser, das Projekt nimmt Fahrt auf! Nächste Woche gibt es an dieser Stelle die nächsten Ergebnisse von unserem „Ruppi-Racing-Team“

Euer Teamreporter

Philipp

 

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Ein Kommentar »

  • Emanuel sagte:

    Das 2 Foto schaut aus, wie ein erste Hilfe Training. Ich frage mich manchmal, wie sich die ganzen Möbelhäuser halten können, bei den ganzen Mitbewerbern.

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