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Seifenkistenprojekt (Teil 7): Rennkiste im Kölner Stadtwald – die erste richtige Testfahrt

7 August 2012 Keine Kommentare Philipp Stolz

Der heutige Bautag unseres Seifenkistenprojektes war auf jeden Fall etwas Besonderes. Nach insgesamt sieben Wochen Arbeitszeit ist der Bau unserer Seifenkiste nun so weit vorangeschritten, dass wir endlich eine erste Testfahrt machen konnten und so zum ersten Mal das Ergebnis unserer Arbeit in Aktion sehen und erleben konnten.

Unsere Rennkiste: Noch kein Chassis, aber sonst ist alles dran

Doch der Reihe nach: Zunächst trafen wir uns wie immer in unserer Teambasis, dem Haus Rupprechtstraße. Bereits als ich mein Fahrrad im Innenhof abstellte, fiel mir der dort geparkte Anhänger auf. Ich sprach meine Teamkollegen darauf an, die schon alle in der Werkstatt eifrig am Bauen waren, und bekam die Auskunft, dass für den heutigen Tag entgegen meiner Erwartungen die erste richtige Testfahrt unserer Rennkiste anstehen sollte. Eigentlich war ich davon ausgegangen, diesen Vormittag dabei mitzuhelfen, unserer Kiste ein möglichst windschnittiges Chassis zu verpassen. Aber da auch unser Team-Manager und Werkstattleiter Christoph Kunow mir noch einmal bestätigte, dass eine Testfahrt beim aktuellen Baufortschritt das Sinnvollste sei, war ich nun wirklich gespannt, wie sich das Resultat unserer wochenlangen Arbeit dabei schlagen würde. „Eigentlich“ ist unsere Seifenkiste nämlich fast fertig. Es fehlt zwar, wie schon gesagt, immer noch das Chassis, aber ansonsten sind alle wichtigen Komponenten in den einzelnen Arbeitsschritten verbaut worden, und vor allem: sie funktionieren; zumindest beim „Trockenversuch“ in der Werkstatt.

Solide Konstruktion: Lenkung und Bremse unserer Seifenkiste

Überraschend flotte Testfahrt im Kölner Stadtwald

Wo testet man am hellichten Tag mitten in Köln eine Seifenkiste? Dort, wo man abschüssiges Gelände vorfindet und zugleich möglichst niemanden gefährdet: Im Kölner Stadtwald. Mein Kollege und Teamsprecher Andi hatte uns diesen Ort zum Testen empfohlen, weil es dort eine abschüssige, geteerte Strecke gibt, die vormittags außerdem kaum von Spaziergängern, Hunden, Radfahrern usw. bevölkert ist, so dass wir dort für niemanden eine Gefahr darstellen. Wir luden also unsere Kiste in den Anhänger und machten uns auf in Richtung Westgrenze des Stadtwaldes. Nachdem wir die Teststrecke erreicht hatten, kehrte im Team zunächst die große Entspannung ein, denn was wir vorfanden, war zwar eine wunderbar asphaltierte Strecke von etwas 250 Metern Länge; jedoch war sie nicht ansatzweise so steil wie unsere spätere Rennstrecke in Leverkusen-Edelrath. Wir beschlossen also, dass jeder von uns mindestens einmal die Abfahrt ins „Tal“ wagen sollte, um unsere Rennkiste wirklich eingehend auf ihre Haltbarkeit hin zu testen.

Yassin bei der Jungfernfahrt unserer Kiste

Tja, und was soll ich sagen?! Schon bei der ersten Abfahrt durch den eher schmal gebauten Yassin wurde klar, dass unsere Kiste auch an kleinen Hügeln wie diesem und mit einem sehr leichten Fahrer eine beträchtliche Geschwindigkeit erreicht. Von nun an wollte jeder unbedingt als Nächster eine Testfahrt machen, und es kam sogar zu fachlichen Diskussionen, ob man auch mit einer selbst gebauten Seifenkiste Kurven „wie in der Formel 1“ anfahren kann, oder ob man mit einem schwereren Fahrer schneller ist. Zu Guter Letzt bekam dann auch noch die „um-100-Kilo-Klasse“- bestehend aus Team-Manager Kunow und mir- ihre Gelegenheit zur Abfahrt, und so kann ich nun aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Wenn man selbst in einer solchen Kiste in 40cm Höhe über dem Boden sitzt, kommen einem selbst geschätzte 30km/h schon halbwegs „flott“ vor, und ich weiß auch, dass die bei einem Seifenkistenrennen erzielten Höchstgeschwindigkeiten von 60 bis 70km/h unseren Fahrer- wer auch immer es am Ende sein wird- noch Einiges an Mut und Überwindung kosten werden.

Voller Einsatz: Team-Manager Kunow testet selbst, das Team freut sich

Fazit der Testfahrt: Unser Rennbolide ist, auch wenn wir noch keinen objektiven Vergleich haben, „gefühlt“ sehr schnell und vor allem robust genug, um den auftretenden Belastungen bei einer solchen Abfahrt standzuhalten. Testfahrt bestanden.

Testfahrt gelungen, der Windkanal wartet

Da mit dem Windkanaltest bei Toyota am kommenden Montag ein wirkliches Highlight des Projektes ansteht und unsere Rennkiste bis dahin noch ein möglichst aerodynamisches Chassis benötigt, muss und wird das Ruppi-Racing-Team in den nächsten Tagen mit Hochdruck genau daran arbeiten. Mit den Ergebnissen des Windkanals ausgestattet, haben wir dann noch gut drei Wochen Zeit, um unser Fahrzeug angemessen zu designen und eventuell notwendiges „Feintuning“ vorzunehmen. Es bleibt also spannend, aber wenn diese arbeitsintensive Woche geschafft ist, dürfen wir uns hoffentlich so langsam auf entspanntere Zeiten und das große Rennen im September freuen.

Euer Teamreporter

Philipp

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