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Seifenkistenprojekt (Teil 13): Das finale Rennen

12 September 2012 Ein Kommentar Andreas Partz

Schluss. Aus. Vorbei und Game Over. Der Ruppi-Racer hat seine Rennpremiere mit einem soliden sechsten Platz beendet. Nicht mehr und nicht weniger. Zugegeben, wir hatten uns mehr erhofft, aber unter dem Strich sind wir trotz des verpassten Sprungs aufs Treppchen stolz auf unsere Leistung. Fast drei Monate Tüfteln, Sägen, Schrauben, Schleppen, unzählige Schweißperlen, jede Menge Spaß und manchmal auch ein bisschen Frust liegen hinter uns. In unseren Herzen fühlen wir uns deshalb irgendwie auch ohne den Rennsieg alle ein klein bisschen wie Gewinner.  Wir haben es geschafft, aus dem Stand und ohne irgendwelche Bauvorkenntnisse eine ansehnliche und rennfähige Seifenkiste zu bauen. Auch das muss man erstmal hinkriegen. Am Ende haben uns dann eben das kleine Quäntchen Glück und sicher auch ein bisschen die Erfahrungswerte zum Smidt-Seifenkistencup gefehlt. Als kleinen Trost nehmen wir den Zuschauerpreis für die Stimmungsrakete mit nach Köln. Denn: keine andere teilnehmende Seifenkiste hatte eine eigene Soundanlage verbaut, schon gar nicht mit 400 Watt. So haben unsere Ruppi-Racing-Hits von „Highway to hell“ bis „Born to be Wild“  beim Hochschieben für ordentlich Stimmung und viele klatschende Hände beim Publikum am Rande der Rennstrecke gesorgt. So ziehen wir erhobenen Hauptes von dannen und werden unsere Hausaufgaben bis zur nächsten Rennteilnahme machen. Versprochen.

Ruppi-Racing-Team-Renntag

Das Ruppi-Racing-Team verabschiedet sich für 2012

Was jetzt kommt, ist der finale Bericht zum Seifenkistenprojekt 2012.

Der Anfang vom Ende

Um 8 Uhr morgens war der Tag endlich gekommen, aufgeregt und voller Spannung was nun am finalen Renntag passieren wird, machten wir uns  bei strahlendem Sonnenschein auf dem Weg zur Rennstrecke nach Leverkusen-Edelrath. Im ersten Testlauf ging es zufällig auch gleich gegen unseren späteren Laufgegner im Rennen: „Burning Ears“ –  ein optisch durchaus ansprechender Rennbolide von Köttgen Hörakkustik. Locker und leichtläufig fuhren wir mit 2 Wagenlängen in Führung liegend ins Ziel ein. Entsprechend optimistisch konnten wir den ersten Rennlauf kaum erwarten.

Der-Laufgegner-Burning-Ears

Der Laufgegner Burning Ears

Der erste Lauf

Und um kurz nach 15 Uhr war es  dann soweit. Nun ging es im wahrsten Sinne um die Wurst. Ein örtlicher Metzger hatte überraschend als zusätzliche Siegprämie für jeden eine ca. 3kg schwere Fleischwurst ausgerufen. Mit Ohren betäubendem Formel 1 Sound ging der Ruppi-Racer mit unserem Fahrer Christian Naujocks auf die Rennstrecke. Was folgte, war der erste Schock des Tages: Der schwerhörige  Burning Ears blieb scheinbar völlig unbeeindruckt von unserer Soundeinlage  und zog aus noch immer unerklärlichen Gründen schnell Meter um Meter davon. Und auch hinten raus, wenn das Gefälle des Berges zunimmt, konnten wir den Vorsprung zwar verkleinern aber nicht mehr ganz aufholen. Mit einer Zeit von 55,8 Sekunden waren wir am Ende von Lauf 1 mindesten 20 Meter und mehr als 3 Sekunden später als der „Ohrenbrenner“ hinter der Ziellinie. Christian, unser sichtbar niedergeschlagener Fahrer,  konnte es kaum fassen. Der gleiche Gegner, den wir ein paar Stunden zuvor beim Testen noch problemlos viele Meter hinter uns gelassen haben, hatte uns soeben vorgeführt. Der Rennsieg war innerhalb weniger als einer Minute außer Reichweite gerückt. Beim Blick aufs Zeitentableu ging unsere Laune noch weiter in den Keller. Der Fliegende Neuenhauser bzw. Edelrather,  Gesamtführender nach Lauf 1, lag mit einer 46er Zeit sogar fast 10 Sekunden vor uns. Im Seifenkistenrennsport sind das Welten. Aber woran hat es  gelegen? Warum waren die anderen so viel schneller?  War es ein Fahrfehler? Lag es am Gewicht? Hat uns das Einschalten der Soundanlage den entscheidenden Speed am Anfang gekostet?

Die Zieleinfahrt von Lauf 1

Die Zieleinfahrt von Lauf 1

Die Laufanalyse – Ist weniger vielleicht doch öfter mehr?

Besonders am Start und im ersten, recht flachen Teil der Rennstrecke konnten wir nicht mit unserem Gegner mithalten. Ein Fahrfehler bei einer fast geraden Strecke konnte es kaum gewesen sein, wobei wir nach den Trainingsläufen und dem ersten Rennlauf definitiv schon gelernt hatten, dass jede Lenkbewegung wertvolle km/h kostet. Als wir bei unserer Analyse die anderen Rennboliden der Freestyle-Klasse unter die Lupe nahmen, fielen uns in erster Linie 2 Bauunterschiede zu unserer eigenen Rennkiste auf. Der Fliegende Neuenhauser/Edelrather, ein Lokalmatador und Smidtseifenkistencup-Urgestein, der Bergpfeil vom bereit bekannten Leverkusen-Fan, den wir schon seit der TÜV-Abnahme auf unserem Zettel hatten, und die schnelle Frikadelle vom Metzger aus dem Nachbarort waren allesamt A) alle mit deutlich größeren Reifen wie wir unterwegs und B) außerdem scheinbar deutlich leichter, was bei der Beschleunigung zu Beginn seine Wirkung entfaltete. An der Bereifung konnten wir außer Kugellager säubern und einfetten nicht mehr wirklich etwas ändern, aber am Gewicht. Wir nutzten die Rennpause für eine kleine Abspeckkur und entfernten mehr als 30kg eingebaute Zusatzgewichte, die Leihgabe aus dem Kraftraum von Haus-Rupprechtstraße. Außerdem verabschiedeten wir uns damit von der in der Theorie richtigen Annahme Mehr Gewicht = Mehr Speed.

Gewichtsentnahme vor Lauf 2

Gewichtsentnahme vor Lauf 2

Der zweite Lauf

Um uns voll auf unsere Revanche zu konzentrieren, verzichteten wir diesmal auf die Soundeinlage. Die Kiste eines Hörgeräte-Anbieters ließ sich mit lautstarker Musik offenbar eh nicht beeindrucken. Und siehe da, diesmal lief es deutlich besser. Ein Kopf-an-Kopf Rennen vom Start bis ins Ziel. Die Ehre war gerettet. Bei genau 55,00 Sekunden ist unsere Zeitmessung stehen geblieben, Burning Ears lag mit 54,16 nur noch hauchdünn vor uns. Aber wirklich schneller als in Lauf 1 waren wir nicht, was uns bezüglich der Maßnahme unserer Gewichtsentnahme ein bisschen stutzig gemacht hat.

Kurz vor dem zweiten Lauf mit Gegner Burning-Ears

Kurz vor dem Start des zweiten Laufes mit Gegner Burning-Ears

Herzlichen Glückwunsch an die Sieger

Am Ende lagen wir über beide Zeiten zusammen auf dem sechstenPlatz und mussten mit gemischten Gefühlen unserer Konkurrenz aus Leverkusen den Vortritt auf dem Siegerpodest lassen. Die Gegner hatten verdient gewonnen. Wir haben – was unser Siegziel angeht – verloren.   An dieser Stelle schicken wir auch noch mal unsere hochachtungsvollen Glückwünsche an die drei bestplatzierten in unserer Klasse:

1. Platz: Der fliegende Neuenhauser/Edelrather
2. Platz: Bergpfeil
3. Platz: Schnelle Frikadelle

Siegerehrung ohne uns

Siegerehrung ohne uns

Kein Sommermärchen – aber eine „Geile Zeit“

Aber wisst ihr was? Am Ende des Tages waren wir trotz der vermeintlichen Niederlage auch ein klein bisschen glücklich über das Geleistete. Denn: Nicht nur das Projektfinale mit einem tollen Renntag und einem trotz hochsommerlicher Temperaturen cool organisierten Smidt-Seifenkisten Cup (an dieser Stelle herzlichen Dank an das Team der Organisatoren rund um Tim Feister von der Gesellschaft-Erholung) wird uns bleibend in Erinnerung bleiben. Auch die fast drei Monate, die hinter uns liegen,  sind unvergesslich: Die Projektvorstellung im Haus-Rupprechtstraße, das Zurechtsägen der 2x3m breiten Grundplatte von der in der finalen Rennkiste nur noch wenige Zentimeter übrig geblieben sind, der Bau von Lenkung und Bremse, die wir immer weiter perfektioniert haben,  die ersten Testfahrten im Hof von Haus-Rupprechtstraße und im Kölner-Stadtwald, der Besuch im Windkanal und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass wir das Projekt trotz vieler Rückschläge von Anfang bis Ende durchgezogen haben, machen das Seifenkistenprojekt 2012 auch ohne das I-Tüpfelchen in Form des  Rennsieges zu einem großen Erfolg. Und was dieses Jahr noch nicht geklappt hat, kann im nächsten Jahr ja schon ganz anders verlaufen. Wir werden wiederkommen. I. V.  Euer Andi vom Ruppi-Racing-Team (Jens, Kirill, Christoph, Philipp, Christoph, Christian, Tedd, Sascha, Yassin)

Abschließend möchten wir allen, die unser Projekt so wunderbar unterstützt haben, ein herzliches  Dankeschön schicken.  Angefangen bei den Initiatoren des Projektes Haus-Rupprechtstraße und MeinAuto.de über die unterstützenden Partnerunternehmen TÜV-Rheinland, Elektro-Schidgen, Dr.Boom, Toyota Deutschland und die Toyota-Motorsport GmbH bis hin zu den berichtenden Bloggern (rad-ab.com; motor-inside.de; smart-pit, uberautos.de, etc.), den lokalen Online-Medien (report-k; koeln-nachrichten.de, suelz-koeln.de und mein.koeln-blog.de), den überregionalen Onlinemedien (u.a. welt.de; AutoBild.de, usw.) der Automobilwoche aus den Fachmedien, den Radiosendern Radio-Köln und Radio-Leverkusen sowie den Berichterstattern im TV, der WDR-Lokalzeit, Guten Abend RTL und Center TV. Ohne Sie alle hätte das Seifenkistenprojekt 2012 nie diese große Bedeutung für uns alle erreicht. Vielen Dank!

 

Vielen Dank für Ihre / Eure Unterstützung

 

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Ein Kommentar »

  • Daniel sagte:

    Hi. Ich gratuliere auch zum 6. Platz.

    Habe auch schon mal beim Seifenkistenrennen zugesehen.
    Fande, dass es echt eine schöne Angelegenheit war.
    Und in erster Linie kommt es doch auch eigentlich auf den Spaßfaktor an oder? ;-)

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