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Assistenzsysteme: Sicherheit darf nicht zum Luxus werden

17 Oktober 2012 5 Kommentare Fabian Thomas

Ich erinner mich noch ganz genau, die letzten Testfahrten mit dem Volvo XC60, dem VW up!, Mini Countryman, BMW X1 oder Ford Focus Turnier waren sehr spannend. Kein Wunder, ich muss alles mit meinem alten BMW E36 vergleichen. Doch eines ist mir ganz besonders aufgefallen, und das sowohl „negativ“ als auch positiv. Gemeint sind die Assistenzsysteme sowie die neue Technik rund um Neuwagen. Einerseits ist das Gefühl von mehr Sicherheit natürlich schön, doch andererseits vermisst man elementare Dinge des Autofahrens.

Die Multikollisionsbremse beim VW Golf 7

Die Multikollisionsbremse beim VW Golf 7

Wo bleibt der Fahrspaß?

Die neuen Generation ESP, ABS, ASR und wie sie nicht alle heißen, sind super. Sie erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr nicht nur für mich, sondern auch anderer Verkehrsteilnehmer. Dennoch muss man sagen: Irgendwas fehlt, obwohl es mehr geworden ist. Mehr Technik, mehr Sicherheit, mehr Schnickschnack. Aber genau das macht das Autofahren zu einem ganz anderen. Der Fahrspaß musste für die Sicherheit zurückstecken. Aber manchmal vermisst man einfach das Gefühl beim Anfahren zu rutschen, weil man eben einen Heckantrieb fährt oder das laute Motorengeräusch, was vielen Modellen mit der Zeit auch abgegangen ist.

Klar, man kann weiterhin mal auf die Tube drücken, aber es ist doch irgendwie ein anderes Gefühl. Nun steht man also beim Autokauf vor der Entscheidung, lasse ich meinen Neuwagen nackt oder konfiguriere ich ihn mal allen möglichen Sicherheitssystemen. Es ist quasi eine Engelchen und Teufelchen Sache. Der Teufel schreit: „Verzichte!“ und der Engel sagt „Denk an die Sicherheit“. Am Ende überwiegt wohl immer der Drang nach Sicherheit und Komfort, vor allem, wenn man mit Kind und Kegel unterwegs ist. All das und die Gedanken zu Fahrspaß ohne technischen Schnickschnack ist wohl der Traum von Abenteuer von vielen Männern. Am Ende muss die Vernunft siegen und der Griff zu einigen Assistenzsystemen beim Autokauf Pflicht sein, doch…

Warum ist Sicherheit so teuer?

Beschäftigt man sich darüber hinaus mit dem Thema Sicherheit und damit verbunden immer auch mit Assistenzsystemen, stört der Preis. Schaut man in die Preislisten wird schnell klar, solche Systeme sind kostspielig. Zwischen 500 und mehreren Tausend Euro muss man auf den Tisch legen. Teils sind die Systeme einzeln bestellbar, teilweise aber nur in Paketen. Das führt dazu, dass man beispielsweise beim VW Golf 7 insgesamt 2.350 Euro für das Fahrerassistenz-Paket hinlegen muss. Doch Anfänge sind gemacht, so gewährt Ford beispielsweise Rabatte auf einige Ausstattungspakete, darunter auch jene, die für die Sicherheit gedacht sind. Auch bei VW hat man etwas getan, denn die Multikollisionsbremse ist beim Golf 7 mittlerweile serienmäßig. Nichtsdestotrotz liebe Hersteller: Sicherheit darf nicht zum Luxus werden, vor allem dann, wenn man diese System offensiv in Werbekampagnen anpreist.

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5 Kommentare »

  • Sebastian sagte:

    Ich stimme absolut zu, dass jeder die Möglichkeit haben sollte die aktuelle Sicherheitstechnik in seinem Auto zu haben. Wenn man mal 20 Jahre zurück denkt hatten nur „Luxus“ Autos ABS & co. heute hat es mittlerweile jeder Kleinwagen. Sobald die Technik verbreitet ist sinken die „hohen“ Preise für die Technik und es ist möglich die ehemals teuer Technik auch in günstigeren Kleinwagen zu verbreiten.

  • Patrick sagte:

    Gerade die Sicherheit ist doch das Kaufargument für das man gerne etwas mehr Geld ausgibt. Die Hersteller wissen das zu schätzen und nutzen uns sicherheitsbewussten Kunden voll aus. Gerade wer Kinder hat, zahlt der Sicherheit zuliebe doch gerne etwas mehr.

    Schade ist eigentlich auch, das z.B. ESP bei vielen Modellen noch nicht zur Serienausstattung gehört.

  • Panek sagte:

    Ich finde beim Autokauf sollte der Sicherheitsaspekt eine sehr wichtige Rolle spielen. Doch man muss aber auch ehrlich sein. Nicht immer ist man bereit Mehrkosten für die Sicherheit auf sich zu nehmen. Und heutzutage muss man schon damit rechnen, dass man für die eine oder andere Ausstattung einen Aufpreis bezahlt.

  • Rene sagte:

    ich finde generell die gesamte Preisstruktur beim Autokauf total irrsinnig. Erst durch die von Ihnen genannten Kombinationsmöglichkeiten können bestimmte Ausstattungsmerkmale erworben werden – wobei man gleichzeitig gezwungen ist für etwas zu bezahlen, was man eigentlich gar nicht will.

    Es wäre schon, wenn sich endlich mal ein Hersteller trauen und getreu dem Motto „You get is what you pay for“ ein hochwertiges und den Kundenwünschen entsprechendes Auto auf den Markt bringt. Keine undurchsichtigen Paketpreise, keine zig Tausend Rabattaktionen, sondern eine einfache und nachvollziehbare Rechnung.

    Das Auto hat als solches weiterhin bei einem großen Teil der Kundschaft Statussymbol- Charakter, insofern sollte auch aus Marketingsicht möglich sein durch eine minimalistische Preisstruktur sich abzusetzen. Nicht umsonst gewährt Apple kaum Rabatte und nutzt das Statussymbol-Phänomen kombiniert mit einer Hochpreis-Politik gekommt aus.

  • Robin sagte:

    Ich verstehe nicht, wie VW damit überleben kann, erst in der Werbung groß die Sicherheits- und Assistenzsysteme anzupreisen und anschließend wieder ganz typisch als teure Extraausstattung zu verkaufen. Das kann doch eigentlich auf keinen Menschen vertrauenserweckend wirken – trotzdem wird der neue Golf wieder massenhaft gekauft.

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