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CO2-Emission und Verbrauch von Neuwagen mit Grünskala.de online berechnen

28 September 2010 2 Kommentare Jana Henning

Im Motorkultur-Blog lese ich gerade, dass heute eine neue Website zum Thema Klimaskala für Neuwagen an den Start gegangen ist. Das Infoportal Grünskala hat den Anspruch, als „unabhängige neutrale Instanz, die Energieeffizienz von in Deutschland erhältlichen PKW zu ermitteln.“ Hintergrund ist die Diskussion um eine einheitliche Kennzeichnung von Neuwagen mit niedrigem Verbrauch und geringer CO2-Emission. Auf eine Datenbank wie Grünskala.de habe ich gewartet: Die Seite sieht nicht nur gut aus, sie liefert eine einfache Übersicht mit allen wichtigen Effizienzangaben zu Neuwagen. Am Ende der Suche (neben der Standardsuche kann man auch per Schlüsselnummer und nach Effizienzklasse suchen) bekommt man ein Datenblatt zum gesuchten Auto, unterteilt in Marke, Typ, Leistung, Kraftstoff, Getriebe, Hubraum, CO2-Emission, Verbrauch, Leergewicht und eben die Effizienzklasse.

Grünskala.de - CO2-Emission und Verbrauch von Neuwagen ermitteln

Grünskala.de - CO2-Emission und Verbrauch von Neuwagen ermitteln

Die Idee: Klima-Skala mit Neuwagen-Energiestufen von A bis G

Das Thema Klima-Skala (Effizienzskala, Umwelt-Skala, CO2-Label – es kursieren viele Bezeichnungen) schlug Anfang Mai 2010 hohe Wellen. Zu dem Zeitpunkt wurde die „Nationale Plattform Elektromobilität“ (NPE) gegründet. Und einer der ersten Beschlüsse waren Eckdaten für eine einheitliche Klima-Skala. Nach BMWi-Modell werden Neuwagen in die Effizienzklassen A bis G eingteilt. Basis ist das Gewicht von Neuzulassungen aus 2008.

Die Kritik: BMWi-Modell begünstigt schwere, große Autos

Schon vorher und spätestens seitdem steht das BMWi-Modell in der Kritik. Vor allem bei Umweltverbänden und auch beim „grünen“ Verkehrsklub VCD, weil besonders große und schwere Autos mit über 200 g/km CO2-Emission besser abschneiden als sparsame Kleinwagen mit einer CO2-Emission unter 100 g/km. Mir gegenüber hat Michael Müller-Görnert vom VCD in einem Interview die Problematik so verdeutlicht:

Der Audi Q 7 und Porsche Cayenne Hybrid mit einem CO2-Ausstoß von 195 bzw. 193 g/km bekämen nach dem BMWi-Vorschlag ein “B”, während Kleinwagen wie die baugleichen Citroen C1, Peugeot 107 und Toyota Aygo, die nur 106 g/km ausstoßen, lediglich mit “D” eingestuft würden.

Die Alternative: Klima-Skala nach Modell des VCD

Darum schlagen verschiedene Umweltverbände, darunter auch der VCD, ein Modell vor, das auf der EU-Grenzwertkurve mit einer durschnittlichen CO2-Emission von 130 g/km für Neuzulassungen 2012 basisert. So können Neuwagen mit mehr als 100 g/km CO2-Emission kein A auf der Klima-Skala erhalten, bei mehr als 130 Gramm kein B und bei mehr als 160 Gramm kein C.

Klima-Skala für Neuwagen nach Modell von Grünskala.de

Klima-Skala für Neuwagen nach Modell von Grünskala.de

Die Online-Variante: Das Modell der Grünskala

Hinter Grünskala stehen die zeozweineutral Unternehmer und Macher des Greenmotorsblog Jens Haug und Thomas Endriß. Und ihr Bewertungssystem berücksichtigt kombiniert absolute Zahlen wie die CO2-Emission mit „dem relativen Nutzen eines Fahrzeugs“, der sich aus Verbrauch in Relation zum Leergewicht ergibt. Außerdem:

Die Grünskala umfasst die Klassen A++ bis F und entspricht der bekannten Darstellung wie man sie von Haushaltsgeräten kennt. Die Klassen A++ und A+ stellen dabei die sogenannten Prädikatsklassen dar, bei denen die CO2-Emissionen eine übergeordnete Rolle spielt.

In der Klasse A++ finden sich nur Fahrzeuge mit einer CO2-Emission von null Gramm pro Kilometer Fahrstrecke. In der Prädikatsklasse A+ wird sowohl die relative Energieeffizienz als auch die absolute CO2-Emission berücksichtigt. Bei einem Fahrzeug, das mit A+ bewertet ist, darf der CO2-Ausstoß die Marke von 100 Gramm pro Kilometer Fahrstrecke nicht überschreiten.

In den Klassen A bis F sind entsprechend die Fahrzeuge zu finden, die den Grenzwert von 100 Gramm CO2 pro Kilometer überschreiten: von PKW, die im Verhältnis zur Fahrzeuggröße als relativ energieeffizient zu bewerten sind in Klasse A, bis hin zu PKW, die in Relation zu ihrem Gewicht viel Kraftstoff verbrauchen, in Klasse F.

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2 Kommentare »

  • Florian sagte:

    Also grundsätzlich finde ich die Thematik ja interessant und es ist auch gut, dass ein Bewusstsein dafür geschaffen wird.
    ABER
    Ich kann langsam nicht mehr hören, wie die Medien auf manchen Autos und Daten herumreiten, mal wird ein Hybrid in den Himmel gelobt, nur weil er mit 5 Litern Diesel + Strom auskommt, mal wird das Elektro-Auto als absolut umweltfreundlich dargestellt und keiner denkt an den durch Holzkohle erzeugten Strom, der ja aus der Steckdose kommt…

    Und noch was ist in Deutschland absurd: Alle stürzen sich aufs Auto. Schon mal einer überlegt, aus Umweltgründen die Heizung im Keller nach 15 Jahren zu tauschen? Die verbrennt mehr Öl/Gas als man sich vorstellen kann. Und dass man Häuser isolieren kann? Hier deutlich mehr CO2 Ausstoß sparen kann? Interessiert niemanden. Böses böses Auto. Und dann noch ein bisschen Sozialneid dazu…

  • Jana Henning (author) sagte:

    Hallo Florian,

    die Kritik des VCD und anderer Umweltverbände an der geplanten Klima-Skala ist für mich nachvollziehbar. Genau an dem Punkt, dass es absurd ist, wenn ein SUV besser bewertet wird als ein Kleinwagen mit einer CO2-Emission unter der 99 g/km Grenze.

    „Böse Umweltsünder“ und Möglichkeiten zur Verbesserung der Umweltbilanz findet man in jedem Bereich des Lebens, da stimme ich Dir voll und ganz zu. Allein die Autos sind es nicht.

    Ich danke Dir für das Statement,

    VG Jana

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