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Ob das Elektroauto kommt hängt vom Ladezustand ab – Von Andreas Burkert / drive-and-style.de

2 Mai 2011 8 Kommentare Jana Henning

Ende März haben wir Euch Andreas Burkert, Chefredakteur von modern-mobil.de und drive-and-style.de,  in einem Interview vorgestellt. Heute bedanken wir uns bei ihm ganz herzlich für seinen Gastartikel zum Thema Elektroauto, in dem er seine Eindrücke vom „auto motor und sport Kongress 2011“ in Stuttgart verarbeitet.

Ungeduldig wartet der brave Bürger auf das Elektroauto. Bisher kommen nur Kommunen oder Mietwagenanbieter in den Genuss der Elektromobilität. Für Otto-Normal-Fahrer sind aktuelle Modelle zu teuer, in der Reichweite ungenügend. Das Dilemma diskutierten vor Kurzem führende Autoköpfe auf dem auto  motor und sport Kongress in Stuttgart. Sie kamen zum Ergebnis, dass die Zeit der batteriebetriebenen Elektroautos bald vorbei ist. Wasserstoff-Brennstoffzellen versorgen das Auto der Zukunft mit Strom. Und: Das Erdgas-Auto erlebt eine Renaissance.

Das Ziel der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Strasse zu bringen, ist ermutigend, ernüchternd dagegen die Tatsache, dass heute erst rund 2.300 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb in Deutschland zugelassen sind. Lange Zeit haben einige führende Industrielle nur hinter vorgehaltener Hand dieses Ziel der Kanzlerin in Frage gestellt. Mit Jürgen Hubbert, dem ehemaligen Vorstand der Daimler AG, hat nun eine gewichtige Persönlichkeit mit klaren Worten offen Stellung bezogen. Die Vorgaben sind seiner Einschätzung nach nahezu unrealistisch. „Gelingt es nicht, den Kunden vom Kauf zu überzeugen, werden wir weit hinter diesem Ziel bleiben“, sagte er anlässlich des zweiten auto motor und sport Kongresses in Stuttgart.

Auch wenn die Bundesregierung 500 Millionen Euro für die Entwicklung der Elektromobilität aufbringt. Vor dem Hintergrund der Milliarden, die Automobilhersteller und Energieerzeuger bereits in den Aufbau und Ausbau alternativer Konzepte investieren, erscheint die Summe sehr bescheiden. Vor allem auch in Relation zu den fünf Milliarden Euro, wie sie für die Verschrottungsprämie bereitgestellt wurden. Zwar wurde vordergründig bezweckt, kurzfristig die Konjunktur zu beleben. Es schwang aber auch die Hoffnung mit, alte Vehicel durch neue Modelle mit modernen Motoren, die weniger Verbrauchen, zu subsumieren. Das allerdings bezweifelt Hubbert: „Es hat keinen, aber auch gar keinen substanziellen Beitrag geleistet für die Mobilität der Zukunft“, sagt er.

Angst vor der Versorgungslücke beim Strom

Kritische Stimmen gibt es aber auch zur Elektromobilität. Vor rund 400 Gästen aus Fahrzeug- und Energieindustrie, Verbänden, Wirtschaft und Politik mahnte der ebenfalls in Stuttgart anwesende EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger, dass „bei dem derzeitigen Energiemix bei der Stromerzeugung ein Zwei-Liter-Diesel wohl umweltfreundlicher ist als ein Elektroauto„. Und er schickte umgehend eine Botschaft an die Autohersteller, sich neben dem Entwickeln bezahlbarer Elektroautos auch intensiv an der Energiedebatte zu beteiligen. „Es gilt eben auch, an die Versorgungssicherheit zu denken“, sagt RWE-Manager Marcus Groll mit Blick auf die Adhoc-Entscheidung zur Energiepolitik der Bundesregierung. Groll verantwortet beim Energieerzeuger den Bereich E-Mobility und bemängelt das völlige Fehlen einer „langfristigen Perspektive“. Zwar gelte dies vorrangig für die industrielle Fertigung, als weniger für den Privatverbraucher. Doch ein hoher Strompreis könnte sich auch auf die Akzeptanz neuer alternativer Mobilitätskonzepte auswirken. Heute aber sind es vor allem der hohe Preis, die geringe Reichweite und auch das Modelldesign, die den geneigten Kunden abschreckt.

Elektroauto MUTE - Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das alle Aspekte der Elektromobilität in einem umfassenden Ansatz neu denkt und optimiert. Vorstellung des Prototypen auf der IAA 2011.

Elektroauto MUTE: Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das alle Aspekte der Elektromobilität in einem umfassenden Ansatz neu denkt und optimiert. Vorstellung des Prototypen auf der IAA 2011.

Ob allerdings die Sportwagenmodelle von Tesla und Fisker künftig das Bild der E-Mobilität prägen werden, glaubt Markus Lienkamp von der TU München nicht. Er ist Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik und hält vielmehr Kleinlieferfahrzeuge für Gewerbetreibende wie auch für Kommunen für sinnvoll. Denn die lassen sich wirtschaftlich betreiben. Doch mit seiner Idee eines speziellen Stadtautos heizt er die Diskussion um eine künftige urbane Mobilität kräftig an.

Abkehr vom Reichweiten-Wahn

„Wir haben mit dem Mute ein Elektroauto für zwei Personen und einen großen Kofferraum entwickelt“, sagt Lienkamp und zählt weitere Besonderheiten auf. Maximale Reichweite: 100 Kilometer, Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h, eine Notfallbatterie, um Liegenbleiber zu vermeiden und ein Preis, der einem Auto mit Verbrennungsmotor entspricht. Damit ist der Zweisitzer, der zur IAA im September in Frankfurt gezeigt wird, viel leichter und einfacher konstruiert als die jetzigen Prototypen der Autohersteller. Und der Wagen fährt mit einer nur zehn kW-starken Batterie.

Lienkamp bemängelt nämlich, dass Elektroautos über derart große Batterien verfügen und zudem mit einer Lebensdauer von mehr als zehn, zwölf Jahren aufwarten. Lithium-Ionen-Batterien mit einer Lebensdauer von nur fünf Jahren sind für den Verbraucher günstiger. Zumal können diese in kürzerer Zeit durch neue, technologisch modernere Batterien ersetzt werden.

Michael Dick, Audi: "Sexy ist nicht der Antrieb, sondern das angeboten Fahrzeugkonzept." Hier zu sehen der Audi A1 e-tron.

Michael Dick, Audi: "Sexy ist nicht der Antrieb, sondern das angeboten Fahrzeugkonzept." Hier zu sehen der Audi A1 e-tron.

Stadtauto ja, Fünfjahres-Batterie nein. Vehement lehnt Michael Dick den Vorschlag Lienkamps ab. „Wenn wir ein Elektroauto anbieten, dann sicher kein Wegwerfauto“, sagt der Audi-Entwicklungsvorstand. Er setzt auf Lithium-Ionen-Batterien, die über die gesamte Laufzeit aktueller Fahrzeugmodelle die gleichbleibende Leistung abgeben. Der Audi Q5 ist dann auch das erste Auto, welches mit einer solchen Batterie an den Produktionsstart geht. Mit dem A1 e-Tron zeigt der Ingolstädter Autohersteller übrigens ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug mit einem kleinen Verbrennungsmotor als Rangeextender, auch um die Angst vor einem Liegenbleiben zu nehmen.

Die Elektromobilität lässt sich auch kaputt subventionieren

Trotz aller Fortschritte bei der Technik, Dick sieht in naher Zukunft keine nennenswerten Stückzahlen beim Verkauf. Das Wachstum aber wird kommen, wenn auch nicht linear. Den Absatz mit finanziellen Kaufanreizen zu beschleunigen, davon hält er allerdings nichts – ebenso wie Lienkamp. Es muss gelingen, die Produktion marktreifer Elektroautos wirtschaftlich darzustellen, erklären beide. Würden dem deutschen Verbraucher ähnliche Vergünstigen geboten wie in Frankreich oder in den USA – bis zu 7.500 Euro – wäre zwar die angepeilte Stückzahl von einer Millionen Elektroautos bis 2020 machbar. Doch befürchten sie, dass die E-Mobilität dann nicht nachhaltig wirtschaftlich sinnvoll ist.

Kritische Beobachter sehen derweil andere Kräfte am Markt, die ein künftiges Mobilitätskonzept entscheidend prägen. Zwar fristet mit etwa 73.000 zugelassenen Erdgas-Fahrzeugen diese Antriebsalternative noch immer ein Schattendasein, doch sehen die führenden Autohersteller darin eine bezahlbare, vor allem aber eine technisch weit entwickelte Technik. Derzeit verursachen Erdgasautos mindestens 25 Prozent weniger CO2 und 95 Prozent weniger Stickoxide als vergleichbare Benzinautos. Grund für die Bundesregierung, diese Alternative langfristig als förderungswürdig einzustufen.

Strom aus Wasserstoff, der mit Strom aus Windkraft erzeugt wird

Heute profitieren fünf etablierte Autohersteller von der Förderung. Mit Audi könnte in naher Zukunft ein weiterer Anbieter hinzu kommen. Dick hat nämlich angekündigt, intensiver in das Thema einsteigen zu wollen. Experten zeigen sich dennoch verwundert, dass in der aktuellen Energiedebatte Gas eine so geringe Rolle spielt und alle auf das Elektroauto warten. Ein Grund war sicher, dass der Gasantrieb einen Tank benötigte, der den Kofferraum oftmals ganz ausfüllte. Mit einer flexiblen Tankarchitektur wie sie das Zulieferunternehmen Magna soeben vorstellte dürfte sich das Problem aber gelöst haben.

Doch welches Szenario erwartet die Branche, wenn ab 2050 keine Autos mehr in die Innenstädte dürfen, die fossile Energieträger verbrennen? So wie es ein Entwurfspapier der EU-Richtlinie anregt. Dann hat auch der Erdgasantrieb ausgedient. Bis dahin, hofft Dr. Wolfgang Reitzle, „hat  sich Wasserstoff als Energieträger durchgesetzt„. Seit mehr als 20 Jahren protegiert er die Brennstoffzelle – seinerzeit als Entwicklungsvorstand bei BMW und heute als Chef des Linde-Konzerns. Das Unternehmen südlich von München ist Europas führender Hersteller von Industriegasen. Dazu gehört auch Wasserstoff.

Wie fortgeschritten mittlerweile die Brennstoffzellen-Technik ist, zeigen eindrucksvoll Erprobungsfahrten einiger Automobilhersteller. Mercedes etwa hat schon vor Monaten drei mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge rund um den Globus geschickt. Vor wenigen Tagen sind die B-Klasse-Modelle ‚down under‘ im australischen Perth angekommen. Auch Audi bekennt sich zum Brennstoffzellenauto und kündigt eine Modell-Entwicklung noch für dieses Jahrzehnt an. Und BMW betreibt im Rahmen seines Clean Energy Projektes einen 7er-BMW mit Wasserstoff. Allerdings verbrennen sie den Kraftstoff im Motor.

Vorausgesetzt, alle Forschungsfahrzeuge erreichen ihr Ziel, die Infrastruktur ist noch weniger weit entwickelt als bei Strom. Gerade mal 30 Wasserstoff-Tankstellen sind in ganz Deutschland in Betrieb. Dabei schaffen Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle heute schon Reichweiten von bis zu 400 Kilometern.

Intermodalität verschiedener Mobilitätskonzepte

Gelingt es aber, den im Norden der Republik durch Windkraft erzeugten Strom für die Elektrolyse von Wasserstoff zu nutzen, könnte die Branche auf regenerativen Wasserstoff zurückgreifen. Anstatt also das Horrorszenario durchzuspielen, eine Starkstromtrasse gen Süden zu bauen, kann der produzierte Wasserstoff zu einem gewissen Prozentsatz in das bestehende Erdgasnetz einspeisen.

Vom batterie-elektrischen Transporter bis zum Brennstoffzellen-Bus, vom smart electric drive bis zum emissionsfreien Supersportwagen SLS E-Cell. Das alles gibt es in Kürze. Dennoch: "Der innovative Verbrennungsmotor bleibt auf absehbare Zeit der größte Hebel zur Senkung von Verbrauch und Emissionen", Dr. Dieter Zetsche, Daimler.

Vom batterie-elektrischen Transporter bis zum Brennstoffzellen-Bus, vom smart electric drive bis zum emissionsfreien Supersportwagen SLS E-Cell. Das alles gibt es in Kürze. Dennoch: "Der innovative Verbrennungsmotor bleibt auf absehbare Zeit der größte Hebel zur Senkung von Verbrauch und Emissionen", Dr. Dieter Zetsche, Daimler.

Doch der Traum von einer gänzlich emissionsfreien Mobilität endet früh. Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche sieht für die kommenden Jahre eher einen Mix verschiedener Antriebstechniken auf den Straßen. Darunter sind auch Fahrzeuge mit auf maximale Effizienz getrimmten Verbrennungsmotoren. Auch wenn er sicher ist, dass Benzin auf lange Sicht nicht billiger wird.

Die Kosten für Batterien sieht er aber im Fallen: „Preise von 250 Euro pro Kilowattstunde sind bis zum Ende dieser Dekade realistisch“, sagt er. Derzeit wird mindestens dreimal so viel verlangt. Der nutzbare Nenn-Energie-Gehalt auf Zell-Ebene wird dann etwa 200 Wattstunden pro Kilogramm betragen. Ein ’smart‘, so rechnet er vor, käme dann mit einer Batterieladung etwa 250 Kilometer weit.

Allerdings muss er zugeben, dass der Verkauf von Elektroautos heute eher in homöopathischen Dosen verläuft. Obwohl der ‚smart electric drive‚ im vergangenen Jahr das meist verkauft Elektroauto in Deutschland war. Es wurden gerade mal 150 Stück davon verkauft. Aber der Stuttgarter Autokonzern rüstet sich. Mit dem weltgrößten Zulieferer Bosch soll ein Joint Ventures entstehen, um künftig Traktionsmaschinen für reine Elektrofahrzeuge zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben.

Vielen Dank noch einmal an Andreas Burkert für die Einblicke und eine Übersicht aller am Markt verfügbaren Autos mit Erdgasantrieb findet Ihr auf: www.drive-and-style.de

 

 

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8 Kommentare »

  • electrive.net » Daimler, Wheego, McLaren, Honda Jazz Hybrid, BPG. sagte:

    […] Zukunft der E-Mobilität: Andreas Burkert berichtet vom “auto motor und sport Kongress” in Stuttgart. Dort wurde die Ära der batteriebetriebenen Elektroautos offenbar schon für beendet erklärt, bevor sie richtig begonnen hat. blog.meinauto.de […]

  • Patrick D. sagte:

    150 verkaufte Smart Elektroautos sind ja ein Anfang. Die Kosten für die alternative Energie werden in zukunft hoffentlich noch weiter sinken.

  • Hybrider sagte:

    Der zentrale Aspekt ist das Umdenken in der Vorstandsetage der Industrie. Die Industrie muss den Mut aufbringen einen Zukunftsmarkt zu wollen. Leicht kann man sich auf dem Dieselmotor und seinen Leistungen ausruhen. Für die Zukunft ist aber ein Innvestitionsklima gefragt. Hier ist zwar nicht iede Idee am Ende eine Goldader, aber nur wer wagt ist später noch mit dabei.
    Denn nur die Mut der Konzerne zu einem neuen Markt senkt mittelfristig die Produktionskosten und damit die Gewinne für Konzerne und die Preise für Konsumenten. Erst das erzeugt einen sich selbst erhaltenden Nachfragesog!

    Mut zur Zukunft. Mut zur alternativen Energie!

  • Antonius Theiler sagte:

    Elektroauto – Ökoauto – Hybridauto – Hybridregel

    Was ist ein Hybridauto, wie sollte ein ökologisches Auto gebaut sein?

    1. Auf den im Hybrid-Auto vorhandenen Hauptmotor darf der Fahrer keinen Einfluss haben. Er soll nicht mehr als 3 Zylinder bei Explosionsmotoren haben.

    2. Der Hauptmotor soll Start, Stopp und die Drehzahl selbst so regeln, dass Verbrauch und Wirkungsgrad optimal sind, denn es gibt nur einen kleinen Drehzahlbereich in dem Motoren einen guten Wirkungsgrad haben. (Das gilt für alle Explosionsmotoren und deren Abgase.)

    3. Das Fahrzeug, ob mit Zweirad- oder Allradantrieb, soll nur mit Radnabenmotoren ausgestattet sein, denn Getriebe und Differenzial kosten Energie, erhöhen das Fahrzeuggewicht und kosten Geld. (Schon im Jahre 1895 hatten Automobile solche Motoren. Heute haben große Schiffe bereits zwischen Motor und Schiffsschraube das Elektrokabel.) Eine bekannte Autofirma hat so ein Kraftfahrzeug mit Radnabenmotoren in der Sammlung und stellt es auch aus.

    4. Die Radnabenmotoren müssen Wechselblöcke sein, die sowohl elektrische Bremsenergierückführung ermöglichen, als auch die herkömmliche Reibbremsung. Das Auswechseln der Blöcke muss ruckzuck gehen. Nicht nur beim Panzer soll die Idee Fuß fassen. Die BRD und Bayern haben die Idee doch mit viel Geld gefördert und dafür Windräderentwicklung bezahlt. Wichtig wäre es, wenn bei verschiedenen Automarken die gleichen Wechselblöcke zum Einsatz kämen. (Bei Reifen, Batterien und anderem technischen Klimbim geht es doch schon.)
    An die lieben hochbezahlten Auto-Manager: “ Ihr spart doch damit Geld! Bei Formel 1 denkt Ihr doch auch schon an einheitliche Motoren und werdet nicht rot oder gar tot.“

    5. Die Batterien, die das Fahrzeug besitzt, müssen von zweierlei Art sein. Zum einen der Kurzzeitspeicher ohne Ladezyklenbegrenzung auf C Basis (z.B. Gold-Caps) zum Aufnehmen der Bremsenergie und zum Beschleunigen, und zum anderen der Langzeitspeicher mit hoher Leistung auf chemischer Basis, zum Aufnehmen der Energie aus dem Hauptmotor. Der Mensch hat auch ein Kurzzeit- und ein Langzeit-
    gedächtnis und kommt ganz gut damit zurecht.

    6. Das Versprechen, dass dieses oder jenes Ihnen angebotene Fahrzeug kurze Batterieladezeiten hätte, geht auf Kosten der Lebensdauer. Da hilft nur: Fordern Sie eine 10-jährige Batteriegarantie, dann wird der Verkäufer schon weich.

    7. Die Batterien müssen mit einem Austauschvertrag begleitet sein, denn alte Batterien sind Rohstoffe und Sie sollten dafür nicht auch noch die Entsorgung bezahlen müssen und für die neuen Batterien noch viel mehr.

    8. Nur von der Steckdose aufladen ist gut, aber nur dann, wenn der Einsatzradius des ausgewählten Fahrzeugs 120 km nicht übersteigt. Aufladen, während man am Arbeitsplatz seiner sechs (6) Stunden-Arbeit nachgeht, ist realisierbar. Einen Henri Ford bräuchten wir wieder! Arbeitszeit verkürzen und Lohn verdoppeln und da sagten die damaligen Krisengewinnler, das wäre ein kapitalistischer Trick gewesen. Macht doch wieder so einen Trick!

    9. Die Aussage, dass Sie das Auto an der Tankstelle aufladen könnten, ist richtig, wenn Sie Wartezeiten von mindestens 3 – 4 Stunden in Kauf nehmen. Dann müssen Sie warten oder Punkt 6 nochmals lesen.

    10. Reifen, die wenig Walkwärme erzeugen, sind für solch ein Auto Pflicht. Sie wollen doch keine Energie in die Reifen vergeuden. Federn und stoßdämpfen kann man das Fahrzeug auch anders.

    11. Angebote von Fahrzeugen mit Geschwindigkeiten über 120kmh beachten Sie besser nicht. Auch Aussagen wie: „In 6,5 Sekunden sind Sie auf 100kmh.“ schenken Sie kein Gehör. Diese Leute, die solche Angebote machen, erhielten in ihrer Kindheit Benzin zum Trinken. Denken Sie, es wird eine Kraftfahrzeugsteuer kommen nach Lavoisier, der Steuerpächter in Frankreich war und das Gesetz der Erhalt der Massen entdeckte mit dem Motto, was vorne in den Tank reingeht, kommt auch hinten heraus. Dies macht die CO2 Steuer aus. Andere Berechnungen, mit Stern- und Blitz-Bonus sind Betrug. (Lavoisier wurde geköpft.) Kein Motor kann ein „C“ weder verschwinden lassen, noch hinzufügen. Eine Partei kann es.

    12. Die Finanzierung der ökologischen Autos müsste der von Einfamilienhäusern entsprechen, ohne dass Greenspan-Zinskurven die Völker verunsichern und die Welt in Chaos versetzen. Den Staaten sollte es schon etwas wert sein, nur langlebige Autos zu finanzieren und zuzulassen, um Ressourcen zu sparen und Arbeitsplätze zu schaffen, auch wegen der Energiebilanz. Plastik sollte auch ein schlechter Begriff aus der Vergangenheit sein. Leder und Holz schaffen für viele Hände Arbeit (Die Anzahl der verwendeten Arbeitsstunden muss auf jedem Produkt deutlich erkennbar sein.) und die Luft in Neufahrzeugen wäre nicht von Weichmachern geschwängert. Die meisten Materialien, die in Fahrzeugen Verwendung finden, sind nicht geeignet um Wurst zu verpacken, aber den Autokäufer wickelt man schon damit ein. Es ist doch sonderbar, dass keiner, der in einem Oldtimer von 1900 sitzt, herausspringt und sich empört, wie hässlich und schaurig doch so ein Oldtimer ist. Kinderspielzeug, das rasch kaputt geht, löst aggressives Verhalten aus, das ist wissenschaftlich bewiesen. Haben denn Politiker und Manager keine Angst, oder sind sie zu dumm um Angst zu haben?

    Ein Mann erschoss seinen ihn nervenden PC. Da der Mann einen gültigen Waffenschein besaß, wurde er für die unerbittliche Exekution seines PC nicht bestraft. Lediglich die Tatwaffe wurde sicherheitshalber einbehalten. In den USA gibt es für solche Phänomene bereits einen Fachausdruck: „Technology Related Anger“, was soviel bedeutet wie Technologie-bedingte Wut.

    13. Rost sollte bei langlebigen Wirtschaftsgütern ein Fremdwort sein. Es muss mit erfasst werden, wie viel Energie ein Fahrzeug bei seiner Erstellung bis zur letzten Schraube verbraucht und wie viel die endgültige Beseitigung nochmals Energie verschluckt. (Die Energieverbrauchs-Herstellungs-Zahl muss für jeden Käufer ersichtlich sein und regelt mit der Arbeitsstundenzahl die Steuer für das Produkt. Beachten Sie, die Arbeit wird in physikalischen Einheiten bemessen und ist zu versteuern, egal ob sie menschlichen oder maschinellen Ursprungs ist.) Der dumme Spruch von Politikern – „Aber der Schornstein muss Rauchen.“ – gehört der Vergangenheit an. Vor über hundert Jahren konnte man lesen, dass Abgase unsere Wälder beschädigen. Es wurde damals bereits festgestellt, dass nachts die Gase nicht so schrecklich wirken, wie am Tag.

    14. Sollte man Ihnen ein Wasserstoff-Auto mit Explosionsmotor anzudrehen versuchen, machen Sie auf die Messungen von NOx aufmerksam und lassen Sie sich bestätigen, dass dieses Fahrzeug keine NOx Emission hat und lassen Sie sich nicht auf ein Rosshändlergespräch ein.

    15. Wenn Sie diese Punkte mit den angeboten Autos auf dem Markt vergleichen, werden Sie feststellen, dass es für Sie kein Fahrzeug zu kaufen gibt. Ich möchte Sie daran erinnern, dass der Direktor eines großen Automobilwerkes einstmals sagte: „Nicht jeder Metzger muss ein Auto von uns XXX fahren.“ Das hatte die Wirkung, dass dieses Fabrikat von keinem Metzger mehr gekauft wurde. – Und die Moral von der Geschicht? Der Herr Direktor war ab sofort Direktor nicht. – Heute geht es auch um die Wurst, lasst uns zusammenhalten und kauft den Käse nicht. Es gab einen großen und genialen Konstrukteur der 1932 sagte: „Ich weiß nur eins: Wir können nicht, wie das glücklichere Amerika, unsere Krise durch Geld lösen, sondern nur durch die Erzielung eines geistigen Vorsprungs. Wir können daher nicht die veralteten Automobilkonstruktionen beibehalten, durch fragwürdige zusätzliche Neuerungen im Detail überhäufen und kaschieren und trotzdem die großen Wagen immer billiger herstellen, wie dies Amerika tut, sondern wir müssen den Kleinwagen mit immer größeren Vorzügen ausstatten, ohne die Betriebskosten zu steigern, die alleine für unsere Kunden ausschlaggebend sind“ (aus dem Buch BMW eine Deutsche Geschichte).

    Grüße aus Bayern
    Von Antonius Theiler
    45 Eintragungen Patentamt

  • Karl sagte:

    interessanter Beitrag, aber ich halte von Elektroautos nicht viel. Für mich muss ein Auto Charme und hörbaren Motor haben. Überhaupt sind die neuen Autos allesamt nicht mein Geschmack. Ich bin Mercedes Oldtimerbesitzer und suche gerade für meinen Strichacht eine Preisliste um herauszufinden wieviel der Oldtimer Wert ist. Im Internet habe ich nichts finden können, die Seite http://www.kfz-wert.info/oldtimer_youngtimer_bewertung.html ist leider nicht kostenlos, könnt Ihr mir helfen ?

  • SEM sagte:

    Innovation, Technik und Entwicklung sind wichtig und essenziell. Doch die Geschmäcker aller zu treffen, ist nicht einfach und eine wahre Kunst!

  • Selena sagte:

    Schließe mich dem „Vorschreiber“ an. Wer den Geschmack der Masse trifft, der hat einen Preis verdient, denn das ist hohe Kunst! Bin mal gespannt wie sich das Elektro-Thema weiterentwickelt. Guter Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Selena

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