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5 Fragen an Auto-Blogger: Peter Schwierz von electrive.net

25 Mai 2011 Ein Kommentar Jana Henning

Es vergeht kein Tag ohne eine neue Information zum Thema Elektromobilität. Und es werden täglich mehr. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mir fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Abhilfe schafft der neue, unabhängige Info-Dienst „elective today“, der Euch jeden Morgen pünktlich gegen 8 Uhr die wichtigsten Meldungen zum Status Quo Elektromobilität aus Deutschland und der Welt liefert. Kostenlos und übersichtlich unterteilt nach Neuigkeiten aus den Kategorien „Marken & Namen“, „Forschung & Technologie“ und „Marketing & Vertrieb“. Dazu gibt es die „Zahl des Tages“ und „Zitate des Tages“. Wieso, weshalb, warum – Peter Schwierz von electrive.net im Interview…

1. Wann und mit welchem Anspruch wurde electrive.net gegründet? Welches Ziel verfolgen Sie damit und wen wollen Sie ansprechen?

Peter Schwierz informiert mit seinem Branchendienst "electrive today" täglich zum Thema Elektromobilität.

Peter Schwierz informiert mit seinem Branchendienst "electrive today" täglich zum Thema Elektromobilität.

Los ging’s offiziell Anfang April 2011. Allerdings habe ich den Dienst davor bereits drei Monate lang jeden Tag für mich und einen ausgewählten Testkreis produziert, um die optimale Form und den besten Workflow zu finden. „electrive today“ bietet Entscheidern, die immer weniger Zeit haben, jeden Tag einen schnellen und komfortablen Überblick, der auch auf dem Handy prima zu lesen ist. Bei einer Tasse Kaffee im Büro oder in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit – mit meinem Newsletter können die Leser sicher sein, nichts zu verpassen. Im Grunde ist „electrive today“ nichts anderes als ein Aggregator. Nur wird er eben nicht von einer Maschine, sondern von einem Menschen gemacht, der vorsortieren und einordnen kann. Der Newsletter richtet sich daher an Leute, die das Thema E-Mobilität beruflich verfolgen und für Fahrzeughersteller, Zulieferer, Energieversorger, Batterie-Produzenten, Mobilitätsanbieter oder im Fahrzeugvertrieb arbeiten.

2. Wer steht hinter electrive.net? Wie viele Mitarbeiter arbeiten an dem Projekt und was treibt Sie an?

Noch ist electrive.net eine One-Man-Show – allerdings mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden und befreundeten Unternehmen wie Agnitas, news aktuell und Landau Media. Für mich ist die Elektromobilität eine technologische Revolution, die – in welcher Ausprägung auch immer – den gesamten Fahrzeugmarkt umkrempeln wird. Ich will diesen Prozess kritisch, mit wachen Augen und einem schnellen Medium begleiten.

3. Elektromobilität made in Germany: Bis 2020 soll sich Deutschland zum Marktführer Elektromobilität entwickeln. Das Ziel der Bundesregierung ist sehr ehrgeizig: 1 Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen in weniger als 10 Jahren. Unter welchen Bedingungen kann das Ihrer Meinung nach Realität werden? Was geht wirklich in 10 Jahren?

Da legen Sie den Finger in die richtige Wunde! Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass das Ziel zu erreichen ist. Es sieht so aus, als würden viele deutsche Autobauer noch auf der Bremse stehen. Sie werden in den nächsten Jahren auf ihrem Geschäftsmodell mit effizienten Verbrennungsmotoren beharren, was verständlich, aber nur bedingt zukunftsweisend ist. Wir werden wohl zunächst viele Hybride oder Plug-in-Hybride wie den Opel Ampera sehen. Nimmt man diese Modelle in die Rechnung auf, könnte die Million 2020 schon eher stehen.

 

Info-Dienst für die neue Welt der Elektromobilität

Info-Dienst für die neue Welt der Elektromobilität

4. Am 3. Mai 2010 hat sich eine Expertenrunde aus Wirtschaft und Wissenschaft zur „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE) zusammengeschlossen. Vor ein paar Tagen wurde der 2. Bericht an die Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben. Milliarden werden jetzt in Forschung und Entwicklung gesteckt. Konkrete Kaufprämien oder Steuervorteile beim Kauf eines Elektroautos sind nicht geplant. Kann das funktionieren und was halten Sie von dem Bericht?

Ach wissen Sie, ich halte das vor allem für Säbelrasseln. Die NPE spielt ein bisschen auf Zeit. Was glauben Sie passiert, wenn der elektrische Golf als Massenprodukt auf den Markt kommt? Spätestens dann werden wir auch in Deutschland eine Kaufprämie sehen! Die deutschen Autohersteller können einen solchen Bonus derzeit doch gar nicht gebrauchen. Welche Autos sollten Sie denn damit verkaufen? Profitieren würden nur ausländische Hersteller. Und, dass nun dank der Förder-Millionen ausgerechnet deutsche Akkus die besten werden – sicher ist das nicht. Mir ist das auch ein wenig zu eingleisig. Denn Wasserstoff – produziert mit sauberem Strom – ist mittelfristig und vor allem überregional die bessere Lösung. Ich halte reine Stromer nur im urbanen Raum für sinnvoll.

Info-Dienst "electrvice totay": Tägliche die neuesten Infos zum Thema Elektromobilität.

Info-Dienst "electrvice totay": Tägliche die neuesten Infos zum Thema Elektromobilität.

5. Inzwischen hat nahezu jeder Autohersteller ein Elektroauto in der Planung. Welches Elektroauto made in Germany hat Ihrer Meinung nach das größte Potenzial, ein Verkaufsschlager zu werden?

Ich bin gespannt auf die Modelle der Elektro-Submarke BMWi. Aber die werden vermutlich zu teuer sein für den Otto-Normal-Autofahrer und eher die gehobene Kundschaft als Zweitwagen beglücken. Mal ehrlich, der Deutsche liebt doch seinen Volkswagen. Kommt also VW mit einem E-Polo oder einem E-Golf zu vernünftigen Preisen um die Ecke, könnte der Durchbruch gelingen. In der Stadt machen sicherlich Kleinwagen wie der Elektro-Smart den größten Sinn, vor allem in Car-Sharing-Flotten. Ich muss doch ein Auto in der Stadt nicht mehr besitzen, sondern möchte es immer dann nutzen, wenn ich es brauche. Flexible Systeme, bedarfsorientierte Mobilität – so sieht die Zukunft aus. Vielleicht sehen wir statt eines Verkaufsschlagers in zehn Jahren einen Verleihschlager.

Herzlichen Dank an Peter Schwierz! Und den Newsletter kann ich allen, die sich für die Zukunft der Elektromobilität interessieren, wärmstens empfehlen.

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Ein Kommentar »

  • Greenpeace. VW-Roadshow für einen kleinen Schluckspecht. | webStimme.de sagte:

    […] Quelle und Dank an blog.greenpeace.de. Werden Sie Mitglied bei Greenpeace und helfen Sie mit!Derzeit lassen es sich VW-Händler auf der Feier- und Ferieninsel Ibiza richtig gut gehen. Der Autoh…tere Male an seine Verantwortung in Sachen Klimaschutz erinnert, sind aber auch […]

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