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Das vierte Golf Cabriolet – Kein Dach überm Kopf, aber’n Golf fahren

14 Juni 2011 Keine Kommentare Jana Henning

Zehn Jahre mussten ins Land ziehen, erst dann brachte Volkswagen das neue Golf Cabriolet auf den Markt. Die vierte Generation hat einen sparsamen Motor, ein innovatives Stoffverdeck und einen Preis ab 23.625 Euro. Den bis zu 210 PS-starken Wagen gibt es ab dem 17. Juni beim Händler.

Ohne Ecken und Kanten zeigt sich das neue Golf Cabriolet, vor allem aber ohne den lieb gewonnen Überrollbügel, der dem Vorgängermodell den Kosenamen Erdbeerkörbchen gab. Kritische Stimmen finden die vierte Generation deshalb auch langweilig und charakterlos. Wir allerdings können das nicht nachvollziehen. Auch wenn die Designer die Frontpartie dem aktuellen Golf-Modell schulden mussten, konnten sie ihre Ideen an anderer Stelle umsetzen – etwa am neuen Heck, der flacheren Dachlinie und der stärker geneigten Windschutzscheibe. Heraus kam ein typischer Golf, der aber mit angenehmen Designelementen und einer großen Eigenständigkeit überrascht.

Kein Überrollbügel in Sicht: Eigentlich wäre damit das neue Golf Cabriolet der direkte Nachfahre des ersten Prototypen von 1977. ©Volkswagen

Kein Überrollbügel in Sicht: Eigentlich wäre damit das neue Golf Cabriolet der direkte Nachfahre des ersten Prototypen von 1977. ©Volkswagen

Doch warum lies sich Volkswagen nahezu zehn Jahre Zeit, um das neue Golf Cabriolet vorzustellen? Immerhin haben sich von allen drei Cabriolet-Generationen, die seit 1979 mit Stoffverdeck gebaut wurden, mehr als 680.000 Fahrzeuge verkauft. Nur noch wenige hatten die Hoffnung auf einen Nachfolger, als im Jahr 2000 die Bänder endgültig stillstanden, auf denen der Golf IV gefertigt wurde. Und als dann auch noch die Cabriolet-Schmiede Karmann in Osnabrück pleite machte, glaubte kaum mehr einer daran, jemals wieder ein „echtes“ Golf Cabriolet kaufen zu dürfen.

Kein Dach überm Kopf, aber’n Golf fahren

Mit dem 17. Juni 2011 ändert sich das. Dann steht das ersehnte Fahrzeug bundesweit bei den Händlern. Ab 23.625 Euro bekommt man einen Golf mit klassischem Stoffverdeck, welches sogar wie seine Vorgänger in Osnabrück bei Karmann gefertigt wird. Volkswagen hat das Unternehmen kurzerhand übernommen, auch um das Know-How zu sichern. Das aufwendig gefertigte Verdeck ist damit ein Ganzjahres-Softtop, welches noch bei bis 30 km/h vollautomatisch in knapp neun Sekunden öffnet oder schließt. Und es sorgt geschlossen für eine sehr angenehme Ruhe. Den Entwicklern gelang es, störende Fahr- und Windgeräusche durch eine Schall absorbierende Konstruktion weitestgehend zu eliminieren.

Doch wer fährt schon im geschlossenen Wagen durch den südfranzösischen Jet-Set-Ort Saint-Tropez, dort, wo Volkswagen das Cabriolet zur internationalen Fahrpräsentation bereitstellte. Bei der ersten Tour, entlang der Quai Gabriel Péri und vorbei am Yachthafen und den mehreren Millionen Euro teuren Yachten, kommt mir plötzlich der Werbeslogan in den Sinn, der etwa dreißig Jahre zuvor den ersten offenen Volkswagen Klassiker pries: „Wer einen Golf fährt, kann es sich leisten, kein Dach überm Kopf zu haben“. Dann gebe ich Gas und nehme die Serpentinen Richtung Les Salins.

In der Silhouette fallen drei Stilmerkmale des Cabrios besonders auf: die stark geneigte Windschutzscheibe, die optisch sehr kurze Heckklappe und das in diese Linienführung integrierte Verdeck. ©Volkswagen

In der Silhouette fallen drei Stilmerkmale des Cabrios besonders auf: die stark geneigte Windschutzscheibe, die optisch sehr kurze Heckklappe und das in diese Linienführung integrierte Verdeck. ©Volkswagen

Dort zeigen Fahrwerk und Karosserie, dass ein Cabriolet auch eine gute Straßenlage haben kann. Ein Golf-typisches Fahrwerk mit Vorderradantrieb, die verstärkte Karosserie, die den 4,25 Meter langen Wagen besonders verwindungssteif macht, und das straff eingestellte Fahrwerk lassen das Fahrzeug präzise lenken. Dennoch zeigt er sich auf schlechten Straßen komfortabel. Eine allzu große Sportlichkeit darf man allerdings nicht erwarten – immerhin wiegt das Cabriolet wegen der Karosserieversteifungen rund 180 Kilogramm mehr.

Sparsame Motoren

Einen Ausgleich bietet die Motorisierung. Insgesamt sechs Turbo-Direkteinspritzer werden angeboten – mit einem Leistungsspektrum von 105 PS bis 210 PS. Empfehlenswert ist der 1,2-Liter-Turbovierzylinder mit 105 PS. Gegenüber dem deutlich teureren 1,6-Liter-Turbodiesel mit ebenfalls 105 PS ist er subjektiv kaum schwächer. Und er kommt laut Hersteller mit nur 5,7 Liter Super je 100 Kilometer aus. Nur der TDI benötigt mit 4,4 Liter Diesel weniger. Garant für diese Verbrauchswerte ist die BlueMotion Technologie, einer Kombination aus Rekuperation und einem Start-Stopp-System. Sehr angenehm funktioniert auch das schnell arbeitende Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Allerdings wird dieses nur in Kombination mit den leistungsstärkeren Motoren verbaut.

Weitaus mehr Wahlmöglichkeiten hingegen bieten neben den sieben verschiedenen Ausstattungslinien noch neun Lacktöne, neun Sitz-Designs und -Farben sowie 50 Einzeloptionen. Dabei gehören zur Grundausstattung bereits abgedunkelte LED-Rückleuchten, 16-Zoll-Räder mit 205er Reifen und Chromleisten im Kühlergrill. Innen und auf der Funktionsebene sind es die vollautomatische Betätigung des Verdecks, die Klimaanlage, eine Easy-Entry-Funktion der höheneinstellbaren Komfortsitze vorn, rundum elektrische Fensterheber und natürlich Interieur-Applikationen im matten Chrom.

Eine Übersicht aktueller Cabriolet-Modelle findet Ihr auf www.drive-and-style.de. Herzlichen Dank für den Gastartikel von Andreas Burkert.

 

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